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Stottern- Redeunflüssigkeiten

Definition: 

Als Stottern bezeichnet man eine Störung des Redeflusses. Es kann sich in lockeren Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern, in Dehnungen von Lauten oder auch in Blockierungen mit starken Muskelverspannungen äußern. Auch Atmung, Stimmproduktion und Mimik können betroffen sein. Teilweise kommt es zusätzlich zu gesamtkörperlichen Mitbewegungen. Vermeideverhalten in Form von Wortvertauschungen, Satzumstellungen oder auch in Form bewusster Satzabbrüchen kann ebenfalls auftreten. Zum Teil wird das Sprechen auch völlig vermieden. Die Stottersymptome treten im Dialog plötzlich und in unterschiedlicher Ausprägung auf. Die Symptomatik ist häufig abhängig von der Situation und den Gefühlen des Betroffenen. 

 

Ursachen:

Die Ursachen des Stotterns sind nicht bekannt. Es können nur Vermutungen geäußert werden. Stottern kann sich aus Grundauffälligkeiten entwickeln die von Fall zu Fall verschieden sind. Es wird vermutet, dass viele Faktoren für die Entwicklung der Stottersymptomatik zusammen kommen müssen. Es arbeiten hierbei mindestens zwei der am Sprechvorgang beteiligten Muskeln gegeneinander, so dass es zu einer minimalen Verzögerung in der Koordination der komplizierten Sprechbewegungen kommt. Hierdurch kommt es zu Muskelverkrampfungen beim Sprechen. Folgende Ursachen werden vermutet:

  • Es kann sich aus entwicklungsbedingten Redeunflüssigkeiten entwickeln, wenn diese dem Kind bewusst werden. 
  • Stottern kann durch eine ungünstige Interaktionen zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen oder andere ungünstige soziale Faktoren entstehen.
  • Organische Ursachen wie Hirnschädigungen können ebenfalls die Ursachen sein.
  • Psychische Faktoren wie Traumata, Psychosen oder Störungen der Persönlichkeit können auch ursächlich sein.
  • Stottern tritt zum Teil auch im Rahmen einer allgemeinen Sprachentwicklungsstörung auf.

Formen des Stotterns: 

Man unterscheidet entwicklungsbedingte Redeunflüssigkeiten im Kindesalter, beginnendes Stottern im Kindes- und Jugendalter und chronisches Stottern im Kindes- bis Erwachsenenalter. Eine logopädische Therapie ist bei beginnendem und chronischen Stottern erforderlich. 

Das beginnende Stottern äußert sich überwiegend in lockeren Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern und in Dehnungen von Lauten. Es sind aber noch symptomfreie Phasen (Remissionen) zu beobachten. Es ist noch kein oder nur ein vages Störungsbewusstsein vorhanden. 

Das chronische Stottern äußerst sich in stärkeren und häufigeren Symptomen. Es gibt keine oder nur sehr geringe symptomfreie Phasen. Es äußert sich überwiegend in tonischen sprich harten Blockierungen und Wiederholungen von Lauten bei hoher Muskelspannungen. Es sind hierbei häufig Anspannungen im Gesichtsbereich und Mitbewegungen im gesamtem Körper zu erkennen. Das chronische Stottern geht häufig mit einer starken psychischen Belastung, Vermeideverhalten und Ängsten einher. Das chronische Stottern entwickelt sich aus dem beginnenden Stottern über mehrere Jahre. Die Symptomatik steigt hierbei meist langsam an. 

Die physiologische Redeunflüssigkeiten im Kindesalter sind Teil der„normalen“ Sprachentwicklung und treten dann auf wenn das Kind im Alter von 3-6 Jahren eine deutliche sprachliche Weiterentwicklung zeigt. Es kommt dann zu einer Störung des Gleichgewichtes zwischen den sprechmotorischen Fähigkeiten und den "übersprudelnden" Gedanken des Kindes. Das Kind möchte diese schnell sprachlich ausdrücken, kann diesen Sprechdrang aber von dem motorischen Entwicklungsstand der Zungen- und Lippenbeweglichkeit nicht ausreichend bewältigen. Die Muskulatur beginnt dann zu „stolpern“ und das Kind „verhaspelt“ sich. Besonders deutlich ist dies bei psychischer Belastung, unter Zeitdruck oder bei Erschöpfung zu beobachten. Die Unflüssigkeiten treten nicht kontinuierlich auf und sind meist stark situationsabhängig. Die Symptome dauern manchmal nur wenige Tage bis Wochen und klingen spätestens nach 4-6 Monaten bei 70-80% der Kinder wieder ab. Die Kinder bemerken diese Unflüssigkeiten dabei nicht. Sie dürfen von ihrer Umwelt darauf auch nicht aufmerksam gemacht werden! Denn der Übergang in das beginnende Stottern ist fließend und beginnt häufig mit einem bewusst werden des Stotterns. Das Kind versucht dann durch mehr Druck diese Blockkierung bewusst zu überwinden. Wenn dies beobachtet werden kann, sehr ausgeprägte Symptome bestehen und/ oder die Symptomatik länger als 6 Monate besteht, sollte eine logopädische Untersuchung erfolgen. Hier kann dann darüber entschieden werden, ob eine Beratung oder Therapie notwendig ist. 

Eltern sind häufig verunsichert, wenn sie bei ihrem Kind „Unflüssigkeiten“ feststellen und entwickeln verständlicherweise Ängste. Es ist aber sehr wichtig, dass Sie die Kinder diese Ängste nicht spüren lassen und sie nicht auf die Symptome aufmerksam machen. Suchen Sie bei Unsicherheiten unsere logopädische Praxis auf. Wir beraten Sie gerne!

 

Was geschieht in der Therapie?

Untersuchung: Zunächst erfolgt ein ausführliches Erstgespräch (Anamnese) mit dem Patienten und den Angehörigen. Danach erfolgt die Befunderhebung. Die Stottersymptome werden u.a. im spontanen Erzählen, beim Vorlesen, beim Nachsprechen und beim Sprechen von Zahlen und Reihen analysiert. Es wird hierbei auf das gesamte sprachliche und nicht-sprachliche Kommunikationsverhalten geachtet. Es wird z.B. beobachtet, ob es zu Anspannungen im Gesicht und dem gesamten Körper kommt, ob bestimmte Wörter vermieden und Blickkontakt gehalten wird. Bei Kindern wird zusätzlich die gesamte Sprachentwicklung beurteilt, um eventuelle andere Ursachen für das Stottern auszuschließen. In der Untersuchung wird selbstverständlich auch auf die psychische Belastung eingegangen. Im diagnostischen Gespräch wird erfragt wie stark sich der Betroffene eingeschränkt fühlt und welche Strategien er verwendet, um mit seinem Stottern umgehen zu können. Es wird erfragt wie er sein Stottern und die Reaktion der Umwelt empfindet. 

Therapie: Die Therapie enthält je nach Störungsbild individuell zusammengestellte Übungen und verschiedene Schwerpunkte. Die Therapieschwerpunkte und Ziele der Therapie werden gemeinsam mit dem Patienten bzw. den Eltern erarbeitet. Es gibt hauptsächlich vier Therapiebereiche (Persönlichkeit, Wahrnehmung, Sprechtechniken, Stabilisierung). Es wird zum Teil zunächst am Modell des Therapeuten und mit Hilfe des so-genannten Pseudostotterns (= künstlichem Stottern) gearbeitet. In der Therapie mit Kindern wird zwischen einem überwiegend direkten oder indirektem Therapieansatz ausgewählt. Bei dem direkten Ansatz wird direkt am Symptom des Kindes gearbeitet und offen über das Stottern geredet. Bei dem indirekten Ansatz wird das Stottern am Modell der Therapeutin mit künstlichem Stottern verändert. Das Kind überträgt die erarbeiteten Sprechtechniken dann unbewusst auf sein Sprechen. Der Ansatz richtet sich nach dem Störungsbewusstsein und der Ausprägung der Symptomatik. 

Beratung: Die Beratung beinhaltet die Aufklärung über mögliche Ursachen, Möglichkeiten und Ziele der Therapie. Es werden gezielte Hilfestellungen für den Umgang mit der Störung im Alltag gegeben. Auch die Angehörigen und das soziale Umfeld werden beraten und in die Therapie mit einbezogen. Die Stottertherapie hat einen hohen Gesprächsanteil, da sich die Störung stark auf die gesamte Persönlichkeit auswirkt. 

Ziel: Stottern ist nicht heilbar. Es kann somit nicht völlig behoben werden. Die Therapie bietet aber Möglichkeiten die Symptomatik deutlich zu reduziert und mit dieser besser umzugehen. Ziel ist es, dass ein überwiegend flüssiges und unauffälliges Stottern möglich wird. Die Angst und das Vermeideverhalten soll durch die Therapie deutlich abgebaut werden. Der Betroffene soll das Stottern akzeptieren und es willkürlich beeinflussen können.   

Interdisziplinärer Austausch: Die Zusammenarbeit und der fachliche Austausch mit z.B. Ärzten und Psycholohen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Auch der Austausch mit z.B. ErzieherInnen, Lehrern oder Arbeitgebern ist nach Absprache mit dem Patienten erforderlich, um diese über das Stottern aufzuklären und mit ihnen über den Umgang mit der Symptomatik sprechen zu können.

Die wichtigsten Bereiche in der Therapie sind: 

In der Therapie ist die Kombination verschiedener Therapiebereiche erforderlich. Nur so ist es dem Betroffenen möglich das Stottern direkt und bewusst zu beeinflussen und sich diesem nicht hilflos ausgeliefert zu fühlen. Folgende Therapieschwerpunkte können unterschieden werden:

Desensibilisierung: Sprechängste und Vermeideverhalten müssen zunächst abgebaut werden. Der Betroffene muss lerne das Stottern nicht zu vermeiden (= Non- Avoidance“) und das Stottern „durchzuhalten“. Hierdurch wird die Angst schrittweise reduziert. Der Betroffene lernt das Stottern zu akzeptieren und zu enttabuisieren. Er entwickelt unter gezielter Anleitung eine Art "Gelassenheit", so dass darauf aufbauend an der Reduzierung der Symptomaik gearbeitet werden kann. 

Identifikation/ Wahrnehmung: Der Stotterer untersucht, analysiert und klassifiziert das Stottern, die Verhaltensweisen und seine Erfahrungen. Er lernt die Stottersymptome genau zu beschreiben. Er wird sich über die Artikulationsbewegungen, die Muskelspannungen und -bewegungen im Gesicht- und Halsbereich sowie im gesamtem Körper bewusst. Außerdem lernt er die Atmung bewusst wahrzunehmen. Nur durch die genaue Kenntnisse über die Symptomatik, ist es ihm möglich diese bewusst zu verändern. 

Sprechtechniken: Der Betroffene lernt sein Stottern zu verändern. Hierzu können zwei Therapierichtungen unterschieden werden. Die Modifikation und das „Fluency Shaping“. Die Kombination beider Richtungen führt meist zu den besten Therapieerfolgen. Bei der so-genannten Modifikation lernt der Betroffene die einzenlnen Stotterblöcke umzuwandeln und schrittweise in ein leichtes Stottern bis flüssiges Sprechen zu verändern. Bei den Methoden des „Fluency Shapings“ wird der gesamte Sprechfluss und nicht nur der einzelne Block durch ein z.B. bewusst weiches, rhythmisches und gedehntes Sprechen verändert. Auch die Sprechgeschwindigkeit, die Lautstärke und die Sprechatmung werden verändert, um die Muskelspannung beim Sprechen zu regulieren. 

Atmung: Durch die richtige Form der Atmung und den richtigen Einsatz des Zwerchfells beim Sprechen kann das Stottern nicht alleine dauerhaft verändert werden. Die richte Sprechatmung kann die Sottertherapie aber deutlich unterstützen. Die Schulung der Atmung wird in jede Stottertherapie integriert. 

Stabilisierung: In dieser Phase werden die Fortschritte gefestigt und in den Sprechalltag übertragen. Die erarbeiteten Techniken werden auch in alltäglichen Situationen bei der so-genannten In-Vivo-Arbeit gefestigt. Die Therapieabstände nehmen hierbei langsam zu, so dass ein Therapieende möglich wird. Die Phase ist erforderlich, damit auch ein langfristiger Erfolg gewährleistet werden kann. 

 

Folgende Stottersymptome können unterschieden werden: 

  • Klonisches Stottern= Lockere und schnelle Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern 
  • Iterationen= Lockere und mehrfache Wiederholungen von Silben 
  • Dehnungen (= Prolongationen)= Laute werden in die Länge gezogen 
  • Tonisches Stottern= Verharren in einer Artikulationsposition bei hohen Muskelanspannungen in Form von Blockkierungen. Diese Stotterblöcke können in ihrer Dauer variieren. Sie äußern sich z.B. in Verkrampfungen in der Zunge, einer Fixierung des Unterkiefers oder einem zusammenpressen der Lippen. Es kann hierbei zu einem krampfhaften Verschluss der Stimmbänder insbesondere bei den Vokalen (a,e,i,o,u) kommen. 
  • Interjektionen= Es kommt zu übermäßigen Pausenfüller wie „äh, ehm, also“ um das Stottern zu vermeiden oder aus dem Stottereignis heraus zu kommen. 
  • Redefloskeln= Ständige Pausenfüller in Form von einzelnen Wörter oder Satzteilen die immer wieder eingesetzt werden wie z.B. „ich sag mal so“.
  • Satzumstellungen / Wortvertauschungen= Schwierig empfundene Wörter oder Satzphrasen werden umgangen, in dem Sätze verändert werden oder Wörter durch ähnliche Wörter ersetzt werden.  
  • Störung der Atmung- respiratorische Veränderungen= Es ist häufig eine schnell, flache Hochatmung zu beobachten. Es kommt zum Teil zu einem Überziehen der Sprechphrasen und einem hörbaren Einziehen der Luft. 
  • Gesamtkörperlich Mitbewegungen= Der gesamte Körper kann während des Stotterns unter Spannung stehen. Es kann z.B. zu einem Schleudern des Kopfes, zu Armbewegungen oder Aufstampfen des Fußes kommen. 
  • Mimische Mitbewegungen (Grimassierungen)= Es kann zu Mitbewegungen der gesamtem Mimik z.B. in Form von Augen zukneifen oder einer übermäßigen Kieferöffnung kommen. 
  • Starthilfen= Es werden bestimmten Laute, Floskeln, Füllwörter, Bewegungen regelmäßig eingesetzt, um das flüssige Sprechen zu ermöglichen. Sie können von dem Betroffenen leicht ausgesprochen werden. Diese werden z.B. zu Beginn eines Wortbeitrages eingesetzt, wenn der Zeitdruck oder ein anderer ausgeübter Situationsdruck keinen Aufschub des Sprechens erlaubt. Sie werden meist fehlerfrei gesprochen und wirken nach Außen als wenig sinnvoll. Für den Stotterer sind diese aber in seiner Hilflosigkeit sehr wichtig. 
  • Vermeidestrategien= Der Betroffene meidet bestimmte Laute, Wörter, Sätze, Situationen, Gespräche um das Stottern zu umgehen. 
  • Mutismus = Der Betroffene schweigt, um kein Stottern zeigen zu müssen.
  • Aggressionen/ Wutausbrüche als Folge des Stotterns und aus dem Gefühl heraus, dass man dem Stottern hilflos ausgeliefert ist. 
  • Depressionen als Folge des Stotterns und der gesammelten subjektven Erfahrungen. 

Hilfen für die Angehörigen und weitere Gesprächspartner: 

Die Kommunikation wird durch das Stottern im Alltag stark beeinträchtigt. Häufig weiß man nicht, wie man sich im Gespräch verhalten soll. Meist ist der offene Umgang mit Ihren Unsicherheiten die beste Hilfe. Fragen Sie den Betroffenen wie Sie reagieren sollen. Sprechen Sie mit betroffenen Kindern, aber nur darüber, wenn diesen das Stottern bewusst ist. 

Hier erhalten Sie einige Hilfen, um sich im Gespräch sicherer zu verhalten: 

  • Sprechen Sie Ihre Schwierigkeiten dem erwachsenen Stottere gegenüber offen an und vereinbaren Sie mit dem Betroffenen wie Sie reagieren sollen und eventuell helfen können. 
  • Unterbrechen Sie den Betroffenen nicht- lassen Sie ihm Zeit und lassen Sie ihn seine Äußerungen trotz der Symptome beenden.
  • Halten sie Blickkontakt aber bestehen Sie nicht auf diesen. 
  • Schaffen Sie Ruhe im Gespräch!
  • Zweiergespräche sind häufig leichter als Gruppengespräche!
  • Achten Sie nur auf den Inhalt des Gesagten und sehen Sie über die Form hinweg!
  • Ermutigen Sie den Betroffenen zur Beteiligung am Gespräch! 
  • Finden Sie in der Schule alternativen zur mündlichen Mitarbeit!

 

Hilfen für Eltern bei kindlichem Stottern: 

Eltern leiden sehr mit ihren Kindern, wenn Sie Stottersymptome beobachten. Sie versuchen ihren Kindern dann zu helfen und fühlen sich häufig machtlos. Die unten aufgeführten Hilfestellungen erfordern von Ihnen viel Geduld und Selbstbeherrschung. 

Die folgende Hinweise können Ihnen im Alltag helfen, wir beraten Sie aber auch gerne persönlich: 

  • Reagieren sie nicht auf das Stottern!
  • Lassen Sie ihr Kind aussprechen, unterbrechen Sie es nicht und beenden sie keine Wörter oder Sätze für Ihr Kind! 
  • Lassen Sie sich Ihre Bedenken und Beobachtungen nicht anmerken! Sobald Ihr Kind ein Störungsbewusstsein entwickelt, ist das Risiko hoch, dass sich daraus eine ausgeprägte Stottersymptomatik entwickelt! 
  • Hören Sie Ihrem Kind geduldig zu! 
  • Schaffen Sie Dialogsituationen ohne Zeitdruck! 
  • Haben Sie Geduld bis Ihr Kind seine Gedanken strukturiert und die passenden Worte gefunden hat. Insbesondere bei starken Emotionen (Freude, Wut o.ä.) kann dies etwas dauern und zu Stottersymptomen führen. 
  • Zeigen Sie Freude am Dialog! 
  • Achten Sie auf die Anzahl der flüssigen Sprache- Ihr Kind spricht viel mehr Wörter flüssig als das es Wörter stottert. 
  • Fördern Sie den Wortschatz und die Satzbildung Ihres Kindes aber überfordern Sie hierbei nicht! 
  • Passen Sie Ihre Satzlänge, Ihren Wortschatz und Ihr Sprechtempo dem Entwicklungsstand Ihres Kindes an- seien Sie immer nur einen kleinen Entwicklungsschritt voraus. 
  • Korrigieren Sie nicht direkt- Greifen Sie die kindliche Äußerung auf und geben Sie diese noch einmal flüssig wieder. Hierbei erfolgt keine direkte Korrektur, sondern die Äußerung fließt in das Gespräch ein. 
  • Fördern Sie die kindliche Sprachentwicklung weiterhin- begleiten Sie Handlungen sprachlich! 
  • Stellen sie offene Fragen! Ihrem Kind es es so möglich frei zu antworten, Sätze zu bilden und  die Artikulationsbewegungen und gedankliche Strukturierung zu üben. 
  • Ermutigen Sie Ihr Kind zum Dialog- Greifen Sie die Äußerungen Ihres Kindes auf und fragen sie interessiert nach. 
  • Loben Sie Ihr Kind häufig und bestätigen Sie es in seinem allgemeinen Tun! 
  • Heben Sie seine Stärken im Alltag hervor! 

 

Auch wenn die Symptomatik noch so stark ausgeprägt ist, ist das Stottern besser als Schweigen!

 

Weiter wichtige Informationen... 

Therapiebeginn: Die logopädische Therapie sollte begonnen werden, wenn das Stottern den Alltag beeinträchtigt, den Betroffenen belastet und in seiner persönlichen Entfaltung einschränkt. Eine hohe Motivation und Eigeninitiative ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Bei Kinder sollte eine Therapie eingeleitet werden, wenn die Symptomatik länger als 6 Monate andauernd, deutlich ausgeprägt ist und/ oder das Kind ein Störungsbewusstsein entwickelt.  

Therapieintervalle: Die Therapie erfolgt je nach Verordnung und Ausprägung der Störung ein bis zweimal pro Woche 45- 60 min. 

Therapiedauer: Die ambulante Therapie braucht Zeit. Sie dauert mehrere Monate. Es ist ein intensives Üben auch im häuslichen Bereich erforderlich. Die Therapiedauer ist je nach Ausprägung der Störung sehr unterschiedlich. 

Weitere Therapiemöglichkeiten: Es ist ein ambulante oder stationäre Therapie möglich. Teilweise ist auch eine Kombination der Therapieformen sinnvoll. Welche Form sinnvoll ist, wird individuell entschieden. Häufig ist es auch zu empfehlen zusätzlich eine Stottererselbsthilfegruppe aufzusuchen. 

Logopädische Verordnung „Rezept“: Damit eine Behandlung begonnen werden kann, ist die Ausstellung einer logopädischen Verordnung durch eine entsprechende medizinische Fachrichtung erforderlich (z.B. Hausarzt, Neurologe, HNO-Arzt). 

Nachteilsausgleich: Stottern ist eine anerkannte Behinderung, so dass ein Nachteilsausgleich möglich ist. Diese Information ist insbesondere für die Schullaufbahn und im Beruf wichtig. In der Schule kann hierdurch z.B. die mündliche Mitarbeit anders bewertet werden. Sprechen Sie uns für weitere Informationen an.

Fragen? Für Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch und persönlich zur Verfügung. Nehmen sie einfach Kontakt mit uns auf. 

 

Statement S.Heuschkel: Stotterer machen meist sehr viele negative Erfahrungen oder empfinden viele Reaktionen als subjektiv sehr negativ. Sie haben meist einen langen Leidensweg hinter sich und entwickeln Ängste und Vermeideverhalten. Stottern ist nicht als isoliertes Symptom zu betrachten, sondern ein Teil der Persönlichkeit. Die erlebten Erfahrungen und persönlichen Empfindungen berücksichtigen wir in der Therapie. Die Gefühle des Patienten und der Angehörigen erhalten viel Raum in der Therapie.


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