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Umgang mit Schluckstörungen im Alltag

Schluckregeln/ Schluckhilfen für den Betroffenen und die Angehörigen: 

Eine Schluckstörung ist nicht nur eine schwere gesundheitliche Störung. Sie bedeutete auch eine deutliche Minderung der Lebensqualität. Die Nahrungsaufnahme dient nicht nur der Sättigung, sondern ist auch Teil des sozialen Lebens. Bei einer Dysphagie muss der Betroffene und seine Angehörigen viele Gewohnheiten umstellen. Es muss auf die Art der Nahrung geachtete werden und der Betroffene muss sich stark auf das Schlucken konzentrieren. In welcher Weise die Nahrungsaufnahme verändert werden muss ist abhängig von der schwere der Symptomatik. In der Therapie werden der Betroffene, die Angehörigen und weitere beteiligte Personen gezielt beraten und unterstütz. Die folgenden Punkte können Ihnen bereits erste Hilfen bieten: 

Was Sie als Angehörige beachten können: 

  • Schaffen Sie ruhige Esssituationen!
  • Achten Sie auf eine aufrechte Sitz- und Kopfhaltung!
  • Reichen Sie nie im Liegen Essen an! 
  • Lassen Sie dem Patienten Zeit beim Essen.
  • Sprechen Sie während des Essens nicht übermäßig, fangen Sie nicht an zu plaudern. Der Patient muss sich gezielt auf das Essen konzentrieren können. 
  • Stellen Sie nur Fragen wenn der Biss vollständig geschluckt ist und der Mund leer ist. 
  • Animieren Sie den Betroffenem zu einem kräftigen Schlucken!
  • Animieren Sie den Betroffenem zu einem gründlichen Kauen!
  • Achten Sie darauf dass der Betroffene nicht zu hastig isst und kleine Bisse in den Mund nimmt! Der Mund muss leer sein, bevor eine neue Portion eingenommen werden kann. 
  • Lassen Sie ihn nicht gleichzeitig Essen und Trinken!
  • Bieten Sie ihm nur Speisen und Getränke an, die er gut schlucken kann. 
  • Dicken Sie Flüssigkeiten gegebenenfalls an!
  • Meiden Sie krümelnde Konsistenzen wie Nüsse, Körner, Zwieback oder ähnliches!
  • Animieren Sie Ihn zu einem kräftigen Husten! 
  • Klopfen Sie ihm beim Verschlucken/ Husten nicht auf den Rücken. Lassen Sie ihn auch nicht die Arme dabei hoch nehmen. Die Nahrung rutscht dann nur tiefer in die Luftröhre! 
  • Lassen Sie den Patienten nach dem Essen mindestens 20 Minuten aufrecht sitzen! 
  • Hören Sie nach dem Essen auf die Stimme des Betroffenen- wenn sie sich gurgelnd und belegt anhört animieren Sie den Patienten noch einmal kräftig zu Husten und zu Schlucken. Es könnten sich Nahrungsreste im Kehlkopfbereich befinden. 
  • Lassen Sie den Patienten nach dem eigentlich Schlucken noch mehrmals „leer“ nachschlucken, sprich Speichel schlucken. Es könnten sich noch Reste in der Mundhöhle, dem Kehlkopf und der Speiseröhre befinden! 
  • Kontrollieren Sie gegebenenfalls, ob sich noch Nahrungsreste im Mundraum befinden! 
  • Sollte der Patient Schwierigkeiten haben seine Tabletten einzunehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt ob diese eventuell zerkleinert werden dürfen. 

Was Sie als Betroffener tun können: 

  • Essen Sie nur in Ruhe und nicht „nebenbei“!
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen!
  • Achten Sie auf eine aufrechte Sitzhaltung!
  • Beugen Sie den Kopf beim Schlucken leicht nach vorne!
  • Sprechen Sie während des Essens nicht
  • Kauen Sie gründlich!
  • Nehmen Sie nur kleine Bisse/ Schlucke in den Mund!
  • Essen Sie nicht hastig! 
  • Schlucken Sie kräftig!
  • Machen Sie nach jedem Schluck eine kurze Pause!
  • Der Mund muss leer sein, bevor eine neue Portion eingenommen werden kann. 
  • Schließen Sie wenn möglich den Mund beim Kauen/ Schlucken!
  • Essen und Trinken Sie nicht gleichzeitig!
  • Meiden Sie krümelnde Konsistenzen wie Nüsse, Körner, Zwieback oder ähnliches!
  • Husten Sie nach dem Essen mehrmals und schlucken sie mehrmals leer nach. So könne Sie das Risiko reduzieren, dass sich noch Nahrungsreste im Mund, dem Kehlkopf, der Luftröhre und/ oder der Speiseröhre befinden. 
  • Mundpflege ist nach jedem Essen wichtig! Der Mund muss vollständig leer sein nach dem Essen. 
  • Wenn Sie Husten müssen, versuchen Sie so kräftig wie möglich zu husten! 
  • Hören Sie nach dem Essen auf Ihre Stimme- wenn sie sich gurgelnd und belegt anhört husten und schlucken Sie noch einmal mehrfach. Es könnten sich Nahrungsreste im Kehlkopfbereich befinden. 
  • Bleiben Sie nach dem Essen noch mindestens 20 Minuten aufrecht sitzen! 

Wie Sie beim Verschlucken reagieren können: 

Das gefährlichste Symptom ist die so-genannte Aspiration- das Verschlucken. Bei einem vorhandenen Hustenreflex wird dieser durch das Verschlucken ausgelöst. Bei fehlendem oder vermindertem Schluckreflex kommt es zu einer stillen Aspiration. Diese wird zunächst von dem Patienten und seinem Umfeld nicht bemerkt- hierin besteht eine besondere Gefahr. Die Aspiration kann vor, nach oder während des eigentlichen Schluckens erfolgen. Die Patienten müssen daher nach Nahrungsaufnahme unbedingt noch mindestens 20 Minuten aufrecht sitzen! Es kann durch die Aspiration zu Lungenentzündung (= Aspirationspneumonie) und auch zu Ersticken kommen! Bei Flüssigkeitsaufnahme ist das Risiko des Verschluckens häufig erhöht. 6% der Patienten mit erlittenen Hirnschädigung versterben innerhalb eines Jahres an einer Aspirationspneumonie (= Lungenentzündung durch Verschlucken). Der Schweregrad des Verschluckens ist von mehreren Faktoren abhängig. Es ist hierbei besonders entscheidend ob der Hustenreflex ausgelöst werden kann, ein bewusstes und kräftiges Abhusten möglich ist und welche Menge an Nahrung verschluckt wird.  

Was Tun beim Verschlucken? 

Der Betroffene und seine „Helfer“ sollten das kräftige Husten immer wieder „trocken“ üben, damit dies im Ernstfall möglich ist. Proben Sie den Ernstfall, damit Sie dann sicherer reagieren können. Versuchen Sie folgende Hilfestellung schon vor der Akutsituation zu verinnerlichen: 

  • Beim Verschlucken muss unbedingt Ruhe bewahrt werden!
  • Es sollte so kräftig wie möglich gehustet werden! 
  • Der Kopf muss weit nach vorne gebeugt werden! 
  • Der Brustbereich und nicht der Rücken sollten kräftig von unten nach oben abgeklopft werden! 
  • Versuchen Sie kräftig auszuatmen beim Husten! 
  • Klopfen Sie als Angehöriger/ Helfer niemals auf den Rücken und heben Sie nicht die Arme des Patienten hoch! Die Nahrung rutscht sonst nur tiefer in die Lungen! 
  • Im Notfall muss wenn möglich abgesaugt werden! 

 Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Punkten auf dieser Seite: 

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